Bühne der Begegnung

Für das 13. Sächsische Theatertreffen in Görlitz und Zittau entwickelte ZH2 eine Marke, die das Dreiländereck sichtbar macht. Im Zentrum steht das Leitmotiv „Verbindungen“ – übersetzt in ein modulares Design mit einem fließenden Band als Key Visual. Es symbolisiert Austausch, Offenheit und die Kraft des Theaters, Grenzen zu überwinden und neue Perspektiven zu eröffnen.

13. Sächsisches Theatertreffen Zittau Görlitz

Verbindungen, die tragen …

Wie entwickelt man eine starke Marke für ein Festival, das Grenzen überschreitet?

Indem man nicht nur ein Erscheinungsbild gestaltet, sondern eine Haltung sichtbar macht. Für das 13. Sächsische Theatertreffen 2026 in Görlitz und Zittau hat ZH2 eine Markenentwicklung konzipiert, die das Festival als verbindende Kraft im Dreiländereck Deutschland–Polen–Tschechien positioniert. Ausgangspunkt war die Frage, wie sich sächsische Theatertradition und internationale Perspektive in einem eigenständigen, modularen Designsystem vereinen lassen.

Das Theatertreffen ist ein Projekt des Gerhart-Hauptmann-Theaters Görlitz-Zittau (GHT) und zugleich Bühne für den trinationalen Dialog – insbesondere durch die Integration des J-O-Ś-Festivals. Diese doppelte Perspektive prägt die Markenidee: regional verankert, europäisch gedacht. Oder wie es im Kreativansatz formuliert wurde: Theater verbindet über Grenzen hinweg – und baut Brücken, wo Sprachen enden.

 

Was bedeutet das Leitmotiv „Verbindungen“ im gestalterischen Kontext?

„Verbindungen“ ist mehr als ein Schlagwort – es ist das konzeptionelle Zentrum der visuellen Identität. Das Festival versteht sich als Raum der Begegnung zwischen Sprachen, Generationen und künstlerischen Handschriften. Gestaltung sollte daher nicht verschmelzen, sondern Beziehungen sichtbar machen: eigenständige Elemente, die im Dialog stehen.

Im Key Visual manifestiert sich diese Idee als fließendes, farbiges Band. Es durchzieht alle Medien wie eine lebendige Linie, die Bühnen, Orte und Menschen miteinander verknüpft. In seiner Bewegung symbolisiert es Austausch, Offenheit und Wandel. Formal verdichtet sich das Band zu einer abstrahierten „13“ – der Zahl des Festivals – und zugleich subtil zu einer „3“ als Zeichen der drei Länder im Dreiländereck. So entsteht ein visuelles Zeichen, das Identität und Inhalt miteinander verschränkt.

 

Wie wird daraus ein flexibles Erscheinungsbild für Print, Digital und Raum?

Die Markenentwicklung folgt dem Prinzip eines modularen Baukastens. Das Band kann als zentrales Key Visual großflächig eingesetzt oder in Fragmenten genutzt werden – als strukturierendes Element auf Plakaten, Social Media Assets, Programmheften oder Lanyards. Die klare Segmentierung von Text- und Logoelementen ermöglicht eine flexible, medienübergreifende Anwendung.

Farblich bewegt sich das System zwischen warmen und offenen Tönen wie Apricot, Blush oder Vanilla, ergänzt durch ein Soft-JOŚ-Blue als Referenz an die internationale Dimension. So entsteht ein emotionaler, einladender Look, der sowohl junge, digitalaffine Zielgruppen als auch erfahrene Theaterbesucher anspricht

 

Wie spiegelt die Marke die Rolle des Dreiländerecks wider?

Das 13. Theatertreffen begreift seine geografische Lage nicht als Rand, sondern als Mitte eines kulturellen Netzwerks. Görlitz und Zittau werden zu Knotenpunkten eines trinationalen Austauschs. Die Gestaltung übersetzt diese Idee in ein System sichtbarer Verbindungen: Linien, Übergänge, Berührungspunkte.

Wo sich grafische Elemente kreuzen oder überlagern, entstehen neue Formen – sinnbildlich für Begegnung und Resonanz. Unterschiede werden nicht nivelliert, sondern produktiv gemacht. Genau darin liegt die Stärke der Marke: Sie zeigt Vielfalt nicht als Nebeneinander, sondern als lebendiges Miteinander.

 

Welchen Mehrwert schafft die Markenentwicklung für das Festival?

Die visuelle Identität macht das Theatertreffen als eigenständige Marke innerhalb der GHT-Kommunikation erkennbar und stärkt zugleich seine überregionale Strahlkraft. Sie transportiert Werte wie Neugier, Offenheit und Mut zur Vielfalt und schafft eine klare Wiedererkennbarkeit über alle Kampagnenphasen hinweg – vom Festivalpass-Launch bis zur Hochphase im April 2026.

So wird das 13. Sächsische Theatertreffen nicht nur beworben, sondern als kulturelles Statement positioniert: als Brückenbauer zwischen Tradition und Experiment, zwischen Sachsen und Europa, zwischen Bühne und Publikum.

Die Marke macht sichtbar, was das Festival ausmacht – ein Band aus Verbindungen, das Grenzen überwindet und Gemeinschaft stiftet.

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Gestaltungsprozess

Im Gestaltungsprozess zum 13. Sächsischen Theatertreffen entwickelte ZH2 drei eigenständige Leitideen: Kaleidoskop, Drei und Verbindungen. Jeder Ansatz übersetzte das Dreiländereck konzeptionell anders – als Spiegelbild der Vielfalt, als kraftvolles Symbol der Drei oder als dynamisches Band der Begegnung. In iterativen Entwurfsphasen wurden Bildmarke, Typografie und Farbwelt systematisch erprobt, verdichtet und strategisch weiterentwickelt.